Teilthema: Lärm

 

Einführende Informationen

Was als Lärm empfunden wird und was nicht, ist stark von der Art des Schallsignales und von der hörenden Person abhängig. Z.B. wird das Geräusch eines startenden Düsenflugzeugs oft als Lärm eingestuft, laute Discomusik jedoch nicht. Aber auch, wenn man einen bestimmten Schall als angenehm empfindet, kann er gesundheitsschädlich sein - es kommt auf die Lautstärke an. Auch die Einschätzung der Lautstärke ist jedoch stark vom einzelnen Menschen abhängig, also subjektiv. Man hat daher Messgrößen entwickelt, die es gestatten, Schallpegel objektiv zu messen. Üblich ist die Angabe in dB ("Dezibel"). Sie wird aus der Schallleistung, die auf das Ohr trifft, im Verhältnis zu einer Bezugsleistung errechnet, ist also eine objektive Größe. Der Nachteil einer solchen Angabe ist, dass sie die Empfindlichkeit des Ohres bei verschiedenen Frequenzen nicht berücksichtigt: Z.B. empfinden wir einen tiefen Ton (etwa der Frequenz 200 Hz) als viel leiser als einen 1000-Hz-Ton gleichen Schallpegels. Um Angaben zu ermöglichen, die die Empfindlichkeit des Ohres berücksichtigen, hat man die sogenannte Bewertungskurve "A" eingeführt. Sie ist immer noch objektiv in dem Sinne, dass sie international genormt ist und nicht von einzelnen Versuchspersonen abhängt. Eine andere Frage ist jedoch, wie wir Lautstärke subjektiv empfinden, wann wir also z.B. den Eindruck haben, dass ein bestimmtes Signal "doppelt" so laut ist wie ein anderes. Dies kann von Versuchsperson zu Versuchsperson variieren und man kann darüber nur ungefähre statistische Angaben machen. Die Level-Anzeige von CoolEdit misst dB(A).

In diesem Teilthema sollen Sie sich mit der Messung von Schallpegeln beschäftigen und die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm kennenlernen. Umfassende Informationen und Hörbeispiele finden Sie unter www.bzga.de/lug/index.html (Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema "Lärm und Gesundheit"). Zur Erläuterung der Begriffe und Größen in Zusammenhang mit "dB" können sie auch Quelle 1 heranziehen.

Die im Folgenden mit einem Sternchen gekennzeichneten Aufgaben lassen sich nur durchführen, falls Ihre Schule über einen Schallpegelmesser verfügt. Besprechen Sie mit Ihrem Lehrer/Ihrer Lehrerin, welche Aufgaben durchgeführt werden können/sollen!

Sie dürfen NIEMALS (auch nicht zu Versuchszwecken) Schallpegel über 90 dB(A) (am Ort Ihres Ohres) einstellen!

 

Aufgaben

  1. Erklären Sie die Angaben "dB" und "dB(A)" genauer! Geben Sie einige typische Schallpegel in dB(A) an! Um wieviel größer ist die Schalleistung, die in einer Bahnhofshalle (60 dB(A)) das Ohr erreicht, als die Schalleistung bei der Hörschwelle (0 dB)? Ab welchem Schallpegel (in dB) sind welche gesundheitlichen Schäden zu erwarten?
  2. Nehmen Sie mit CoolEdit kleine Hörbeispiele auf, die "unangenehmes" (z.B. Maschinenlärm) und "angenehmes" (z.B. Musik) Hörerlebnis bieten, wobei der Schallpegel jeweils gleich ist (mit Options -> Monitor Record Level schaltet man die Level-Anzeige ein). Befragen Sie die Mitschüler nach ihren Eindrücken und deuten Sie die Ergebnisse. Beispiele für Maschinenlärm sind unter dem angegebenen Link zu finden.
  3. (*) Messen Sie in- und außerhalb der Schule typische Schallpegel in dB(A) und vergleichen Sie mit den Tabellenwerten! Nehmen Sie z.B. den Schallpegelmesser in die Discothek oder an andere Orte, an denen Sie hohe Schallpegel vermuten, mit. Informieren Sie sich über das Risiko für Hörminderung durch das Konsumieren lauter Musik (www.bzga.de/lug/index.html, S. 22).
  4. (*) Weisen Sie mit Hilfe eines Schallpegelmessers experimentell nach, dass CoolEdit in dB(A) misst und nicht in dB(C). Generieren Sie dazu mit CoolEdit passende Töne, deren Schallpegel Sie mit Transform -> Amplify -> Amplitude ändern.
  5. Zur subjektiven Lautstärkeempfindung: Generieren Sie einen Ton, der einige Sekunden lang gleich laut bleibt und dessen Lautstärke dann allmählich ansteigt (Transform -> Amplify -> Envelope). Testen Sie, ob folgender Erfahrungssatz stimmt: "Ein 10 dB(A) lauterer Schallpegel wird ungefähr doppelt so laut wahrgenommen."
  6. Finden Sie experimentell heraus, welche Materialien gut zur Schalldämmung geeignet sind! (Holz? Pappe? Schaumstoff? Kunststoff?) Welchen Einfluss hat die Materialdicke?
  7. Informieren Sie sich mit Hilfe des angegebenen Links über gesundheitliche Schäden durch Lärm! Demonstrieren Sie Ihren Mitschülern Hörbeispiele, die bestimmte Hörschäden simulieren! Zeigen Sie elektronenmikroskopische Aufnahmen von geschädigten Innenohrzellen!